Anfang März stimmen wir über die Halbierungs-Initiative ab. Mit der Senkung der SRG-Gebühren auf 200 Franken wäre das ein Angriff auf die Medienlandschaft und damit auf die vierte Gewalt in unserem Staatswesen. Die Initianten suggerieren, eine Gebührenreduktion von gut 100 Franken pro Jahr löse Probleme wie steigende Mieten und Krankenkassenprämien. Angesichts der Grössenordnungen ist das absurd.
Im Gegenteil: Bei einer Annahme entstünde ein weiteres Problem. Nationaler Zusammenhalt, Medienvielfalt und letztlich das Funktionieren unserer Demokratie würden aufs Spiel gesetzt. Befürworter stellen es als einfache Übung dar: ein bisschen optimieren, ein paar Krimis weniger und schon sind die Kosten halbiert. Doch was zu einfach klingt, ist es meist auch.
Die SRG spart seit Jahren massiv. Werbeeinnahmen fliessen ab, zudem wurden die Gebühren bereits gesenkt. Schon heute gehen die Sparbemühungen ans Eingemachte: Wissenschaftsformate wurden gestrichen, Redaktionen ausgedünnt. Gerade in Zeiten massenhafter Fake News wären gut recherchierte Fakten und unabhängiger Journalismus wichtiger denn je. Bei einer Annahme müsste bei Qualität und Recherche gespart werden. Formate wie das “Echo der Zeit”, das im Qualitätsranking Jahr für Jahr vorne liegt, gerieten unter Druck. Die Information der Bevölkerung in allen Regionen wäre gefährdet. Darum kommt am 8. März nur ein NEIN zur Halbierungs-Initiative in Frage.
Mikula Thalmann, Einwohnerrat SP